Big Brother

Heute habe ich folgenden Schreibtisch bei Habitat – einem Edel-Möbel-Schuppen- fotografiert und per Whatsapp an meine Kolleginnen und Kolleginnen als Kaufempfehlung geschickt. Das war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Der Tisch ist furchtbar unpraktisch, und der Stuhl noch mehr, außerdem kostet der Tisch die Kleinigkeit von 2200 Euro, allerdings mit Stuhl. Das lohnt sich dann schon wieder.

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Jedenfalls, um zum Kern zu kommen, werde ich, seitdem ich das Foto gemacht habe, von Google mit Habitat-Werbung und Werbung von anderen Edelmöbelläden bombardiert. Dazu muss ich sagen: Ich habe nicht über Whatsapp geschrieben, dass ich den Tisch bei Habitat fotografiert habe und ich habe ihn nicht gegoogelt. Hat also der Google-Algorhythmus auf meine Foto-Ordner zugegriffen, den Schreibtisch auf dem Foto erkannt (dass das Fire-Phone das kann, weiß ich), meinen Standort abgeglichen und messerscharf gefolgert, dass ich bei Habitat war? War ich bisher naiv oder werde ich paranoid?

Nach längerer Zeit

Nach längerer Zeit und sechs Tagen fetter Erkältung mal wieder ein wenigstens kurzer Beitrag. Die erste Woche war insgesamt spannend, wobei ich wegen der Intensivwochen häufiger im Seminar als in der Schule war. Donnerstag war ich dann nach einem 12-Stunden-Tag endgültig durch und bekam Fieber. Das Latein-Fachseminar am Freitag habe ich gerade eben noch überstanden. Im Normalfall wäre ich nicht hingegangen, aber den ersten Termin wollte ich nicht verpassen, und das war auch gut. Unser FS-Leiter scheint ein harter Knochen zu sein… Die Unterrichtsbeobachtungen waren ziemlich interessant, viel guter, aber leider auch viel schlechter Unterricht. In besonderer Erinnerung ist mir eine Stunde katholische Religion geblieben. Dazu demnächst mal mehr.

Schön ist, dass sich unsere Referendar-Schulgruppe zu einer wirklich guten Truppe zu entwickeln zu scheint. Die Leute sind durch die Bank nett und aufgeschlossen, so dass auch unsere ‚Klassenfahrt‘ nach Cochem ganz nett werden dürfte. Ein Blick in unseren Referendarraum:

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Bastelarbeit

Eine Lösung für die Stereo-Boxen unserer Surroundanlage war gesucht. Die Boxen standen bisher auf dem Boden. Das sah komisch aus und klang auch komisch. Die Boxenständer von Hama, die für die Boxen passen würden, sind erstens nicht so super schön und kosten zweitens das Paar 75 Euro. Das übersteigt gerade unser Budget. Also bin ich nach der Schule zu Obi, der direkt bei der Schule ist, habe Leimholzplatten und Konstruktionsholz besorgt und sägen lassen, eine Holzfräse a 10mm eingepackt, um die Senkkopfschrauben verschwinden lassen zu können, und schließlich noch Parkettknöpfe mit Filzbezug dazu getan. Dann ging es mit dem ganzen Krempel nach Hause und frisch ans Werk. Nach einer Stunde war die Arbeit getan. Nicht perfekt, aber deutlich besser als vorher. (Vielleicht lackieren wir die Ständer irgendwann noch). Und das ganze für 18 Euro Materialkosten und 7 Euro für die Fräse.

Krempel

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Ergebnis I

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Ergebnis II

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Erster Tag

Heute war mein erster Tag an der Schule, dem schönen Erich-Kästner-Gymnasium, (Fotos folgen demnächst) oder, wie ein jüngerer Lehrer zu mir sagte: ‚Willkommen an der hässlichsten Schule Kölns.‘ Das trifft es ziemlich genau. Bevor ich mich heute morgen auf den Weg machte, habe ich die Schultüte, die Adina für mich zusammengestellt hat, geplündert und gleich die wichtigsten Dinge eingepact. 2014-11-03 07.14.18 Man beachte vor allem die Federmappe: 2014-11-03 07.14.29 Wir sind in diesem Jahrgang sehr viele Referendare, insgesamt 490. Das spiegelt sich auch an der Schule. Bisher waren immer vier Referendare an der Schule, dieses Jahr sind wir zu acht. Wir passen gerade eben so in en Referendarraum. Zwar können wir auch ins Lehrerzimmer, da ist aber noch weniger Platz. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen waren entsprechend. Wir wurden freundlich begrüßt, aber uns wurde auch gleich klar gemacht, dass es schwer werden wird, uns alle unterzubringen. Was den Lateinunterricht betrifft, dürfte das eher nicht der Fall sein. Bis auf einen sind alle Lateinlehrer, dauerhaft erkrankt. Zum einen steht also mein Ausbildungslehrer fest, zum anderen wird der Unterricht zu einem großen Teil von fachfremden Lehrern abgedeckt. Selbst die fachfremden Lehrer beklagen sich aber über das schlechte Niveau der Lateinschüler. Ich bin gespannt. Meine Mit-Referendarinnen und Referendare scheinen ganz in Ordnung. Ruth (Deutsch und Philosophie), und ich sind die Methusalems der Gruppe (sie ist Jahrgang 71, also noch ein Stück älter als ich). Die anderen sechs sind Jahrgang 88/89, 90/91, scheinen aber trotzdem sehr fit. Unsere Ausbildungskoordinatorinnen und der Senior-Koordinator, der demnächst in Ruhestand gehen wird, sind ok, haben aber untereinander einiges an Kompetenzgerangel zu bewältigen. Auch nicht anders als an der Uni. Das scheint nie aufzuhören. Morgen ist erstmal Seminar, Mittwoch geht es dann an der Schule weiter.

FH Köln

Unser Ausbildungsseminar hat seine Räumlichkeiten an der Fachhochschule Köln, der größten FH Deutschlands. Dass die FH nicht  in Bamberg ist und hier ein anderer Wind weht, zeigt sich vor allem an den Toiletten. In Bamberg sind öfter Mahnungen an die Toilettentür geklebt, man solle doch die Klobürste benutzen, in einer hat sogar jemand Fäkal-Spruch an die Wand geschmiert. Es sei keine Kunst auf den Boden zu pinkeln, aber eine an die Decke zu sch…. In Köln sieht das anders aus.

 

Sowas aber auch! In Bamberg wäre vermutlich der Staatsschutz aktiv geworden. Natürlich waren es die Toiletten vor den Räumen des Asta-Büros. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

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Unvermeidlich, aber in diesem Fall wohl eher ein Fake:

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Vereidigung

Heute war es dann soweit. In der Aula der Fachhochschule Köln wurde ich mit etwa 500 weiteren Gymnasial-Referendaren vereidigt. Mit anderen Worten: es war knüppelvoll.

9:40 Uhr

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10:05

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Tatsächlich reichte der Platz kaum für alle. Mir wurde das erste Mal richtig klar, dass ich im Vergleich zur Uni nun nur noch einer von vielen sein werde. Noch deutlicher wurde das, als die Seminar-Leiter vorgestellt wurden. In Bamberg war ich auf derselben Ebene wie die Fachseminarleiter, die zumeist auch als abgeordnete Studienräte für die Fachdidaktik zuständig waren. Wir haben uns selbstverständlich geduzt, mit Michael Lobe bin ich darüber hinaus befreundet, und wir haben lange Abende über Sinn und Unsinn im deutschen Bildungssystem diskutiert. Jetzt stehe ich sozusagen wieder auf der anderen Seite. Ich bin gespannt.

Die Veranstaltung selbst war so, wie solche Veranstaltungen eben sind. Die Direktorin unseres Seminars richtete freundliche Worte an uns, dann kamen einige Ermahnungen, dass zum Beamtentum angemessenes Verhalten auf allen Ebenen gehört, angemessener Umgang mit Alkohol, auch angemessene Kleidung usw. Dann mussten wir uns alle zum hoheitlichen Akt erheben und schwören, dass wir fortan nach bestem Wissen und Können die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verteidigen wollen usw. Es ist merkwürdig, dass allein dadurch, das 500 Menschen etwas gemeinsam nachsprechen, ein Gefühl von Feierlichkeit und Verbundenheit erzeugt wird. Wir sind eben doch Herdentiere. Wenig begeistert hat mich die Ankündigung, dass wir Anfang Dezember zur pädagogischen Woche irgendwo aufs Land in die Jugendherberge fahren, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Das hat sicher seinen Sinn und ist bestimmt gut gedacht. Trotzdem bin ich genervt von dem Gedanken an Mehrbettzimmer, Gruppengesprächen, Einzelgesprächen usw. Davon abgesehen war es spannend, die vielen unterschiedlichen Typen zu beobachten: Viele blonde Blusenmädchen (Formulierung von Adina), ganz konservative Typen mit Anzug, einige auch mit viel zu engem Jackett aus Konfirmationszeiten. Direkt neben mir saß Achim aus Münster, den ich – das hatte ich im Gefühl – sofort als Lateiner identifizierte. Man bekommt ja irgendwann doch einen Blick dafür. Mittendrin ich als sicherlich einer der Ältesten… Mal sehen, wie es am Montag in der Schule weitergehen wird.

Einkaufen in Chorweiler

Jede Großstadt hat ihre Trabantenstädte, Köln unter anderem Chorweiler, ein Ortsteil, der in den 70er Jahren entstanden ist. Weil das Areal zwischen den Ortsteilen Chorbusch und Weiler lag, gab man ihm den Namen Chorweiler. Ziel war es eine Neue Stadt mit Platz für bis zu 100000 Menschen zu schaffen, die dort arbeiten, leben und ihre Freizeit verbringen sollten. Das  Gebiet verläuft von Nord nach Süd und war wie folgt angelegt: im Norden niedrige Gebäude, im Zentrum Gebäude bis 30 Stockwerke, dann wieder absteigend. Entstanden ist so eine typische Beton-Wüste der 70er Jahre. Das Konzept ging nicht auf. Niemand wollte in der Trabantenstadt leben, allein die niedrigen Mieten zogen. Der Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund (keine Ahnung, ob das political corect gesagt ist) lag bis vor kurzem bei 41%, ansonsten konzentriert sich in Chorweiler ein sozial-schwaches Milieu. Wer es sich irgendwie leisten kann, zieht weg. Dennoch ist Chorweiler für die umliegenden Dörfer attraktiv und zwar wegen des City-Centers Chorweiler. Dort gibt es alles, was unser Herz begehrt: Aldi, H&M, C&A, REWE, NaNuNaNa, Mediamarkt (mein Herz), Intersport, dm, 1-€-Shop usw. Wir waren heute dort, um uns einzudecken. Ich brauchte z. B. eine neue Jeans. Mit dem Rad sind es von uns aus ca. 15 Minuten, mit dem Bus 20, weil der alle Käffer drumherum abfährt. Einige Eindrücke:

City-Center, Bushaltestelle:

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Von der anderen Seite

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Typische Bebauung in Chorweiler. Im Hintergrund die Niedriggeschosser…

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Unglaublich aber wahr. 1000 Meter Luftlinie entfernt auf dem Weg nach Esch:

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Zwei Wochen in Esch

Gut zwei Wochen sind wir jetzt in Esch. Ganz langsam gewöhnen wir uns an das Leben hier, auch wenn der Wohnung noch die Gemütlichkeit fehlt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass vieles erst halb fertig ist. Im Arbeitszimmer hängt bisher nur eine Glühbirne von der Decke, in der Küche ist immer noch nicht der Herd angeschlossen und auch im Wohnzimmer ist nicht alles so, wie wir es gerne hätten. Z. B. passt unsere Lampe aus Berlin, die zwar merkwürdig ist, aber uns dennoch oder deswegen ans Herz gewachsen ist, nicht an die Decke. Trotzdem gefällt es uns gut hier, besonders die Kombination aus Land und trotzdem vorhandener Infrastruktur macht es uns leicht. Aldi und Lidl sind in 10 Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen, mit Bus und Bahn braucht man bis zum HBF eine halbe Stunde. Dennoch sind wir, wenn wir wollen, sofort draußen. Bis zum Escher See sind es 500 Meter, und von dort aus lässt sich problemlos zwischen 10 und 20 km durch Wald und Wiesen laufen.

Arbeitszimmer Rohfassung

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Mit Daria am Escher See

Von Samstag auf Sonntag hat Daria bei uns übernachtet. Daria, Flora und Leander hatten ihren Spaß: bis nachts um 0:30 Uhr wurde gequatscht und gekichert. Als Flora gegen halb zwölf eingeschlafen war, unterhielten sich Daria und Leander über den Sinn und Unsinn von Schule.  Trotzdem waren am nächsten Morgen alle fit und nach dem Frühstück ging es an den See. Aus anfänglichem Wühlen im Schlamm und Steineweitwurf wurde dann schnell eine Expedition zur Bergung eines antiken Dreirads, das irgendwie in die Dornhecke gefallen war, die sich von der Abruchkante des Baggersees in etwa 10 Meter Höhe bis hinunter zum Wasser zieht. Die drei waren jedenfalls beschäftigt und verschwunden. Widerspenstigen Dornen zum Trotz gab es kein Aufgeben. Das Dreirad (ein leicht verrostetes, aber voll funktionstüchtiges Puky) wurde geborgen, gleich genutzt und steht nun bei uns im Schuppen.

Am Wasser

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Auf Expedition. Die bunten Flecken sind die Kinder.

 

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Beute

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